Sulla vita in trincea

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Materialschlachten mit modernen Waffen wie Artillerie, Maschinengewehren und Giftgas und die Kämpfe in den Schützengräben sind eng mit dem Ersten Weltkrieg verbunden. Das folgende Kapitel soll einen Einblick in den Alltag der Soldaten in den Gräben geben. Welchen Risiken und Gefahren waren sie ausgesetzt? Welche Ängste hatten sie und wie versuchten sie zu überleben?

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs dachten noch alle Kriegsteilnehmer, dass es sich um einen schnellen Krieg handeln würde und der Gegner leicht zu besiegen sei. Doch schon nach wenigen Monaten stoppten die Vorstöße und man konnte kaum neues Territorium erobern. Es kam zu einem Stellungskrieg und man verschanzte sich in Schützengräben. Es gab einen speziellen Verlauf der Gräben und sie waren miteinander verbunden. Hinter der Hauptkampflinie und dem Frontgraben waren weitere Unterstützungs- und Reservegräben.

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Die Schützengräben waren nie gerade sondern hatten immer eine Zickzackform. Damit sollte vermieden werden, dass die Soldaten von Granatsplittern oder Schüssen der Gegner getroffen wurden. Sie waren gerade so tief, dass sie einen Soldaten schützen konnten, gleichzeitig aber so eng, dass Artilleriefeuer und Granatangriffe erfolglos bleiben sollten.

Die Zuständen in den Schützengräben waren für die Soldaten schrecklich. Sie hatten nicht nur Angst vor den Angriffen der Gegner, sie mussten auch gegen Kälte, Ratten, Ungeziefer und eine schlechte Versorgung mit Trinkwasser ankämpfen. Hinzu kam der Gestank verwesender Leichen, die oft nicht aus den Gräben weggebracht werden konnten, weil sonst der Feind angegriffen hätte.

Q.1:

Feldpostbrief vom 18. November 1914 aus der Gegend um Dixmuiden (Belgien) über den Verlauf der Kampfpausen

In einem Feldpostbrief vom 18. November 1914 aus der Gegend um Dixmuiden (Belgien), wo kurz zuvor von belgischen Soldaten die Seeschleusen geöffnet worden waren, heißt es über den Verlauf der Kampfpausen:

“Das Gutgehen besteht dann nämlich darin, dass es keinen Angriff über total verwässerte und durch Verwesungsgestank verpestete Wiesen zu machen gibt, dass man vielmehr geruhsam im Schützengraben liegen kann, in dem sich mehr oder weniger Stroh befindet, das noch nicht ganz durchweicht ist. Oder die Höhe der Gefühle: Dass man ein oder zwei Tage Ruhe hat, die man in vollen Zügen geniesst. Dann werden die quatschnassen Kleider, wenn nicht am Feuer, so doch am eigenen Leibe getrocknet, oder der Versuch dazu gemacht, sodass man jedenfalls, wenn es wieder in die Schützengräben geht, einigermassen vorbereitet ist auf so und so langes Frieren. Jetzt ist mal wieder schlimm, der Feind hat scheinbar die Dämme bei Dixmuiden durchstossen, sodass das Wasser lustig in die Schützengräben laufen kann. Es steht ca. 1/2 Meter hoch und kann noch beliebig steigen bis der Graben überläuft und man schwimmen kann. (…) Nun am Kanal vor, wo wir ein paar Tage lang im Gefecht lagen, auch wieder einen nächtlichen Sturmangriff wagten, ohne jedoch Erfolg zu haben, vielmehr nur Verluste, grosse Verluste. Ich habe manchen Kameraden mit zur letzten Ruhe gebettet. Man stumpft aber auch dagegen allmählich ab. – Man ist ja froh, dass es einen noch nicht selber getroffen hat und man kann auch heilsfroh sein! Denn was haben die armen Verwundeten oftmals zu erdulden; wenn sie tagelang hilflos liegen, ohne Essen und Trinken, der Gefahr des Verblutens ausgesetzt.”

Aus: Bernd Ulrich und Benjamin Ziemann (Hg.), Frontalltag im Ersten Weltkrieg. Ein Historisches Lesebuch, Essen 2008, S.36.

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Arbeitsaufgabe:

Was bedeutet das Wort „Gutgehen“ für den belgischen Soldaten in Q.1? Vergleiche sein „Gutgehen“ mit einer Situation, in der es dir „gut geht“.
Welche Ängste beschreibt der Soldat in Q.1?
Beschreibe die Abbildung Q.2. Vergleiche das Bild mit dem Feldpostbrief des Soldaten aus Q.1. Welche Unterschiede findest du, wenn du beide Quellen vergleichst?

1. b Der Alltag der Soldaten im Schützengraben

Es folgen noch: Vokabelliste, Texte zu „Leben und Sterben“ in den Schützengräben, Feldpost und Kommunikation

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